BS-Story

von „st-a“ zu „BS“
story_st-a0176 Der Kölner Eisenbahn Club war seit vielen Jahren Herausgeber einer Zeitschrift für Eisenbahnfreunde, deren Schwergewicht auf Kurzmeldungen aus dem Eisenbahnwesen lag. Ein Mitarbeiter, Thomas E. Fischer, wagte 1974 unter dem gleichen Dach daneben die Herausgabe einer gleichartigen Zeitschrift für Straßenbahnfreunde mit dem Namen „Strassenbahn – Aktuell“ (st-a), die schnell ihre interessierten Abnehmer fand. Die Hefte im Format DIN A5 hatten einen Umfang von 60 bis 70 Seiten. Die Texte wurden mit der Schreibmaschine erstellt und durch zusammenkleben der Texte auf DIN A4-Seiten entstanden Druckvorlagen. Je 4 Fotos wurden zu Fotoseiten zusammengestellt, deren Beschreibungen dann auf extra Seiten zu finden waren. Die Meldungen wurden von 7 Redaktionen zusammengestellt, deren Aufteilung bereits weitgehend der entsprach, wie sie noch heute in BS üblich ist. „Strassenbahn-Aktuell“ war nur im Abonnement zu erhalten und 6 Ausgaben kosteten 30,00 DM. Der Erfolg von „Strassenbahn-Aktuell“ erforderte Ende 1978 eine Trennung vom KEC und so wurde ein Verein „Arbeitsgemeinschaft Blickpunkt Straßenbahn“ gegründet, dessen Aufgabe die Herausgabe der Zeitschrift ist. Sowohl Mitarbeiter als auch viele Leser wurden von der alten zur neuen Zeitschrift übernommen. Die erste Ausgabe, Heft 1/79, hatte einen Umfang von 80 Seiten und war mit 25 S/W-Fotos illustriert. Das Einzelheft kostete 5 DM, ein Abo mit 6 Heften 30 DM.

Die Herstellung der Hefte

Alle Arbeiten, die zur Herstellung der Zeitschrift bis zur Druckreife nötig sind, wurden bei „Strassenbahn-Aktuell“ und werden auch bei „Blickpunkt Straßenbahn“ (BS) bis heute ehrenamtlich und ohne Honorar ausgeführt. An der Methode, wie ein Heft entsteht, hat sich im Laufe der Jahre nur wenig geändert: die einzelnen Redakteure sammeln Meldungen und Fotos aus ihren Bereichen, stellen sie zusammen und verfassen den endgültigen Text, den sie, auf fertig gestalteten DIN A4-Seiten, an die Redaktion in Berlin senden. Hier werden an einem Wochenende alle Teile in der richtigen Reihenfolge zusammengestellt, mit zentralen Themen wie Bücherbrett, Anzeigen und Terminkalender angereichert, die Seiten und Fotos durchnumeriert, die Umschläge gestaltet, das Mitarbeiterverzeichnis erstellt und schließlich die fertigen Druckvorlagen der Druckerei übergeben.

Im Laufe der Zeit haben sich jedoch viele Details im Inneren des Heftes geändert und so ist BS z.B. auch ein Spiegelbild der technischen Entwicklung.

Layout

story_bs0179Wies das erste Heft noch einen weißen Umschlag auf, wurde bereits ab dem zweiten Heft gelb zur Standardfarbe des Umschlags, wobei seit BS 1/93 eine andere Papierart und ein leicht geänderter Farbton ein besseres „Outfit“ ermöglichten. Die Gestaltung der Titelseite erforderte bis Heft 6/85 ein Hochkantfoto als Titelbild, seither können hier auch Bilder im Querformat verwendet werden. Seit BS 4/96 ist unser Titelbild auch farbig. Das Layout wurde bis Mitte der 80er Jahre noch von Schreibmaschinen verschiedener Art bestimmt, danach machten sich bereits verschiedene Formen von Druckern der aufkommenden Computer bemerkbar, was sich auch in der Vielfalt der Schriftbilder wiederspiegelte. Erst in den letzten Jahren konnte, mit einer größeren Verbreitung von Computern, die auch Proportionalschrift beherrschen, das Schriftbild weitgehend vereinheitlicht werden. Auch die übrigen Gestaltungsmerkmale waren Änderungen unterworfen. Die Überschriften wurden anfangs mittels Schablone erstellt, kopiert und, wie die per Schreibmaschine erstellten Seitenzahlen, auf die Seiten aufgeklebt. Die Piktogramme für die Verkehrsmittel wurden Fahrplanheften entnommen, kopiert und ebenfalls einzeln aufgeklebt. Später wurden diese Elemente gedruckt oder per Computer erstellt. Die Piktogramme wurden als Aufkleber gestaltet, die Überschriften mußten jedoch noch mit Klebstoff angebracht werden. Auch hier haben erst moderne Computerprogramme die „Handarbeit“ überflüssig gemacht.

Für die Fotos im Heft war es aus drucktechnischen Gründen ursprünglich obligatorisch, vier Stück auf einer Seite abzudrucken, wobei die Bildbeschreibungen auf der Seite davor oder dahinter angebracht werden mußten. Nachdem es möglich wurde, die Bilder auch im Fließtext unterzubringen, wurden diese Viererbildseiten (von einem Mitarbeiter als „Fotofriedhöfe“ charakterisiert) zunehmend unbeliebt und schließlich, im Interesse eines besseren Erscheinungsbildes, weitgehend abgeschafft.

Durch die steigende Zahl von Meldungen nahm der Heftumfang immer mehr zu: Heft 6/93 war mit 272 Seiten die stärkste Ausgabe und auch die folgenden Ausgaben hatten einen ähnlichen Umfang. Aus finanziellen Gründen mußten wir daher die Notbremse ziehen und den Heftumfang verkleinern. So wurde der Omnibus, über den zuvor auch recht ausführlich berichtet hatten, weitgehend aus BS verbannt und auch die Zahl der Fotos mußten wir beschränken. Die Seitenzahl konnte damit um rund 100 gesenkt werden.

Preisentwicklung

Glücklicherweise stieg die Zahl der Leser im Laufe der Jahre auf ein so hohes Niveau, daß Preiserhöhungen nur selten nötig wurden. Hier die Entwicklung der Einzelpreise: BS 1/79 – 6/80 = 5,00 DM, 1/81 – 6/83 = 6,00 DM, 1/84 – 6/88 = 6,50 DM, 1/89 – 6/92 = 7,00 DM, 1/93 – 9,94 = 7,50 DM, 1/95 – 6/96 = 8,00 DM, seit 1/97 = 8,50 DM, wobei wir seit BS 1/99 auch den Wert in EURO (4,35) auf der Titelseite angegeben.

Heftversand

Ein wichtiger, aber oft übersehener Teil der Arbeit für BS war immer der Versand. Die geringe Auflage der ersten Hefte ermöglichte es, die Umschläge der, als Büchersendung versandten Hefte, mit der Hand zu beschriften, später wurden die Umschläge mit Schablonen beschriftet und schließlich bedruckt.

Auch war es am Anfang möglich, die Hefte mit einem PKW von der Binderei abzuholen, in einer Wohnung einzutüten und anschließend auf Briefkästen der Umgebung zu verteilen. Mit steigender Auflagenzahl mußte hier jedoch ein LKW eingesetzt werden und die Versandarbeiten in eine eigens angemietete Garage verlegt werden. Eingeliefert wurden die Hefte mittels Handwagen bei einem nahe gelegenen Postamt, das früher selbst einmal über einen eigenen Poststraßenbahnanschluß verfügte. Da BS z.T. im Schreibmaschinenlayout gedruckt wurde, war es damals nicht möglich, den billigen Postzeitungsvertrieb in Anspruch zu nehmen. Seit Anfang 1996 entsprechen wir jedoch dessen Kriterien und das dadurch gesparte Porto ermöglichte es uns, den Versand von einer professionellen Firma durchführen zu lassen.

Ausblick

Jahr für Jahr steigende Leserzahlen und die Zuschriften unserer Leser lassen uns zu der Überzeugung kommen, das sich das Grundkonzept von BS – eine Zeitschrift von Straßenbahnfreunden für Straßenbahnfreunde zu machen – bewährt hat. Ab Heft 1/2000 wurde ein etwas moderneres Layout und eine geänderte Titelseite eingeführt, wobei wir aber auf behutsame Änderungen Wert gelegt haben, die den Wiedererkennungswert der Zeitschrift nicht beeinträchtigen. Inhaltlich soll das Konzept auch in Zukunft beibehalten werden.

Die BS-Story wurde aufgeschrieben von Harald Tschirner.

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